Gefühl von Heimat: Liebeserklärung an unser Wanderland

 

Schön ist es, auf der Welt zu sein. Dort, wo die Milchsonne scheint und die Könige der Wälder grasen

Unser Wanderland ist weit. So herrlich weit. Und reich: Unsere Wanderungen führen uns vorbei an zerklüfteten Bergrücken, leise murmelnden Bachtälern, durch Buchen- und Fichtenwälder, über verwunschene Pfade und gut ausgebaute Wanderwege. Über all dem liegt das sanfte Licht des Rothaargebirges. Es bekam einen eigenen Namen: „Milchsonne“. Im Herbst wird aus ihr das „Honiglicht“.

Häufig erinnert diese ursprüngliche Mittelgebirgswelt, die sich über das Sauerland und das Wittgensteiner Land erstreckt, an die Kraftorte der Alpen. Allein die weißen Gipfel am Horizont sind aus dem Bild gefallen.

Rot gestrichene Bänke verführen, immer wieder, zur wohligen Rast. Die Sonne scheint ins Gesicht, das Vogelgezwitscher wird zum einzigen Geräusch. Selten, aber doch hin und wieder, ein würziger Geruch, der eigenartigerweise an Maggi erinnert: Wildschweine künden von ihrer Nähe. Längst haben die scheuen Tiere das Weite gesucht, nur ihr verräterisches Parfum hängt noch in der Luft. Noch exklusiver als dieses Aroma eine andere Begegnung: die mit einem Wisent. Der bis zu zwei Meter große „König der Wälder“ wurde 2010 in den Wittgensteiner Forst ausgewildert. Heute zählt die Wisent-Herde gut zwanzig Tiere, allesamt friedfertige Pflanzenfresser.

Neben der häufig so menschenleeren Natur, in die wir mit jedem Schritt mehr aufgehen, besticht unser Wanderland durch seine zauberhaften Fachwerkdörfer. Es ist eine Freude, aus Wald und Wiese kommend, in sie einzutauchen. Großzügige Landgasthöfe und beschauliche Cafés laden ein zum köstlichen Einkehrschwung.

Die Mischung, die sich aus all dem ergibt, ist Nährboden für die allerschönsten Wandertouren. Nicht ohne Grund erhielten die Sauerländer Wanderdörfer bereits 2014 die Auszeichnung „1. Qualitätsregion Wanderbares Deutschland“, zertifiziert vom Deutschen Wanderverband.

Und wir, was sagen wir? Wir bestellen uns noch einen Milchkaffee, kraulen unsere dösenden Hunde am Ohr – und halten das Gesicht in die Sonne. „Schön ist es, auf der Welt zu sein“, das ist das Einzige, das der Kopf jetzt noch zu denken vermag.